»Was zählten in den Tagen des großen Palavers um die Beschneidung theologische Finessen, die Rückbesinnung auf biblische Bilder wie die Vorhaut des Herzens, der nun einmal mit keinem Skalpell der Welt beizukommen ist? Nein, da wurden ganz andere Schlachten geschlagen. Nicht zuletzt der großflächige Einsatz der äußersten Waffe, des Totschlagarguments Antisemitismus, deutet auf die Dramatik eines Konflikts, den die Männer des Glaubens, nicht nur des jüdischen, mit allen verfügbaren Mitteln niederzuschlagen gedachten. Hätte die juristische Ächtung des religiösen Zwangsakts Bestand gehabt in unserem Rechtsstaat, dann wäre dies vermutlich der Anfang eines noch weit umfänglicheren Showdowns gewesen. Da drohte nicht weniger als der Ausbruch eines Flächenbrands.«
»Einzig im Gottesstaat ist die gern beschworene Religionsfreiheit ein Spiel ohne Grenzen.«
Tilman Jens

