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	<title>Tilman Jens</title>
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	<description>Journalist . Autor</description>
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		<title>Die Kritik von Christoph Röhl in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (29.5.11)</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 15:39:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tilman Jens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freiwild]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>In meinem Buch über die Odenwaldschule dokumentiere ich neben den grausamen Akten sexueller Gewalt, die durch nichts zu relativieren oder gar zu beschönigen sind, auch den Fall des Schülers Gerhard Roese, der mehrere Lehrer wahrheitswidrig des Missbrauchs bezichtigte. Über die Frage, ob dies statthaft sei, ist nun ein heftiger Streit entbrannt. In seiner FAS- Rezension meines Buches schreibt der Regisseur Christoph Röhl, der einen respaktablen Dokumentarfilm über die Missbrasuchsopfer der Odenwaldschule realisiert hat: „Auf seiner Buchpremiere rief Jens mir öffentlich zu: &#8220;Wenn Röhl einen Funken dokumentarischer Ehre hätte, sollte er die Passagen, die diesen Typen zeigen, herausschneiden!&#8221; Wenn er von ‚diesem Typen‘ spricht, meint Jens Gerhard Roese. „ Klingt ziemlich unangenehm. „Schaut Euch diese Typen an“, das erinnert an die CDU-Granden, die in den 60er Jahren gegen die APO hetzten.</p>
<p>Das ist gewiss nicht meine Sprache. Glücklicherweise wurde die Veranstaltung auf Video aufgezeichnet. Ich habe in Darmstadt wörtlich gesagt: „Die Opfer bleiben überhaupt nicht vor der Tür in meinem Buch – sie werden lang und breit portraitiert. Ich habe nur eben auch gesagt, wenn ein Schüler, ein Altschüler, neun Lehrer belastet – öffentlich – tingelt durch Talkshows, und dann zwei Monate später erklärt – also gegenüber&#8230; &#8211; und sagt: „ich hab das alles aus eigener Erfahrung, aus eigenem Ansehen miterlebt – und dann nach zwei Monaten sagt er, nein das nehme ich zurück, dann ist dies für mich kein glaubwürdiger Zeuge. Dieser Zeuge hat aber, dieser windige Zeuge, hat maßgeblich die Wahrnehmung der Odenwaldschule bestimmt und das wird man sagen dürfen, ohne dass man als Verharmloser von irgendetwas da steht. Und ich meine, ich finde das unglaublich und ich finde, um das auch zu sagen, ich finde es unglaublich, dieser Dokumentarfilm von Christoph Röhl, der nächste Woche zu sehen sein wird – ein ganz verdienstvolles Dokument – aber dass er sich maßgeblich auf diesen Zeugen beruft, das zieht sein ganzes Projekt in Misskredit. Wenn er einen Funken dokumentarische Ehre hätte, würde er diese Passagen bis zur Ausstrahlung eliminieren.“</p>
<p>Nichts mit „Typen!“. Der Dokumentarist Röhl, der insinuiert, er sei bei der Veranstaltung zugegen gewesen („rief er mir öffentlich zu“), aber nicht da war, hat das (verfälschte) Zitat schlicht aus dem „Darmstaedter Echo“ abgeschrieben. Er übernimmt seine Quellen ungeprüft, was nicht untypisch für seine Arbeitsweise zu sein scheint. Sonst wäre Christoph Röhl bei seinem Filmprojekt einem windigen Zeugen wie Gerhard Roese nicht aufgesessen.</p>
<p>Meine Äußerungen in Darmstadt sind nun hier als Stream zu sehen.</p>
<p><a title="zum Ausschnitt auf Youtube" href="http://www.youtube.com/watch?v=iRPpU48o5s8" target="_blank"><img class="alignnone size-medium wp-image-388" title="Ausschnitt auf Youtube" src="http://www.tilman-jens.de/wp-content/medien/Startbild-Jens-300x254.jpg" alt="" width="300" height="254" /></a></p>
<p>Die gesamte Dokumentation wird auf Youtube eingestellt, hier der Link zu allen acht Teilen:</p>
<p><a title="Teil 1" href="http://www.youtube.com/watch?v=IeRfjBcGots" target="_blank">Teil 1</a> - <a title="Teil 2" href="http://www.youtube.com/watch?v=FpE5j7Q1N5w" target="_blank">Teil 2</a> - <a title="Teil 3" href="http://www.youtube.com/watch?v=225MU2PRUqg" target="_blank">Teil 3</a> - <a title="Teil 4" href="http://www.youtube.com/watch?v=jaVOpO5oSmg">Teil 4</a> - <a title="Teil 5" href="http://www.youtube.com/watch?v=xjKQ2UWBkP0">Teil 5</a> - <a title="Teil 6" href="http://www.youtube.com/watch?v=DbCVGCLLAOM&amp;list=PL790F133E3E9C6C97&amp;index=17" target="_blank">Teil 6</a> &#8211; <a title="Teil 7" href="http://www.youtube.com/watch?v=6kaSEGSQHpI&amp;feature=related" target="_blank">Teil 7</a> &#8211; <a title="Teil 8" href="http://www.youtube.com/watch?v=ocYvii9dOPI&amp;feature=related" target="_blank">Teil8</a> - <a title="Teil 9" href="http://www.youtube.com/watch?v=P9uFB5Ni_uM" target="_blank">Teil 9</a></p>
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		<title>Freiwild &#8211; ein Lehrstück</title>
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		<pubDate>Wed, 25 May 2011 06:46:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tilman Jens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freiwild]]></category>
		<category><![CDATA[Odenwaldschule]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem mein Blog nun endlich in neuem Kleid online ist, freue ich mich auf die leidenschaftlichen Streitgespräche mit den Lesern meines neuen Buchs &#8220;Freiwild &#8211; die Odenwaldschule: ein Lehrstück von Opfern und Tätern&#8221;, das die noch immer tabuisierte Thematik des sexuellen Missbrauchs an Schutzbefohlen (und die Notwendigkeit einer besonnenen Aufklärung &#8211; exemplarisch diskutiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem mein Blog nun endlich in neuem Kleid online ist, freue ich mich auf die leidenschaftlichen Streitgespräche mit den Lesern meines neuen Buchs &#8220;Freiwild &#8211; die Odenwaldschule: ein Lehrstück von Opfern und Tätern&#8221;, das die noch immer tabuisierte Thematik des sexuellen Missbrauchs an Schutzbefohlen (und die Notwendigkeit einer besonnenen Aufklärung &#8211; exemplarisch diskutiert.</p>
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		<title>Vatermord</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 16:22:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tilman Jens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vatermord]]></category>

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		<description><![CDATA[Wohl selten ist ein Autor nach der Veröffentlichung eines Buches von der Kritik derart verprügelt worden wie ich, als im Februar 2009 „Demenz – Abschied von meinem Vater“ erschien. Insbesondere der Vorwurf des „Vatermords“ hat mich tief getroffen. Vergeht, versündigt sich einer an seinem Nächsten, wer dessen bis heute so oft tabuisierte Krankheit (unter der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;">Wohl selten ist ein Autor nach der Veröffentlichung eines Buches von der Kritik derart verprügelt worden wie ich, als im Februar 2009 „Demenz – Abschied von meinem Vater“ erschien. Insbesondere der Vorwurf des „Vatermords“ hat mich tief getroffen. Vergeht, versündigt sich einer an seinem Nächsten, wer dessen bis heute so oft tabuisierte Krankheit (unter der allein in Deutschland weit über eine Million Menschen leiden) auch in ihren konkreten Begleitumständen öffentlich macht? Woher rührt die so vehemente Abwehr gegen den Verfasser und seinen Text? Das unterstellte Delikt des Vatermords jedenfalls hat lange Tradition – eben ihr bin ich in meinem neuen Buch nachgegangen. In diesem Blog sind Kritik und Zustimmung, aber natürlich auch eigene Erfahrungsberichte herzlich willkommen. Tilman Jens, 10. Juni 2010</span></p>
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		<title>Lesung zu Demenz</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 08:53:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tilman Jens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Vatermord]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Jens]]></category>

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		<description><![CDATA[Die wohl interessantesten Erfahrungen, die ich mit meinen Büchern gemacht habe, verdanke ich den Diskussionen im Anschluss an meine Lesungen. Allein rund um mein Buch &#8220;Demenz&#8221; gab es (Anja Rotte vom Gütersloher Verlagshaus sei Dank!) Deutschland weit bislang über 100 solcher Veranstaltungen. Wer mag, kann sich eine kleine Kostprobe hier ansehen. Lesung auf Youtube]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die wohl interessantesten Erfahrungen, die ich mit meinen Büchern gemacht habe, verdanke ich den Diskussionen im Anschluss an meine Lesungen. Allein rund um mein Buch &#8220;Demenz&#8221; gab es (Anja Rotte vom Gütersloher Verlagshaus sei Dank!) Deutschland weit bislang über 100 solcher Veranstaltungen. Wer mag, kann sich eine kleine Kostprobe hier ansehen.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=ApvvCIeAKuE" target="_blank">Lesung auf Youtube</a></li>
</ul>
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		<title>Über dieses Buch soll geredet, darf diskutiert und gestritten werden</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 08:01:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tilman Jens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Lesung]]></category>
		<category><![CDATA[Vatermord]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Jens]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei sehr persönliche Bemerkungen zum Titel von Tilman Jens, Demenz. Die erste ist eigentlich fast privat. Vor 7 Jahren starb mein Vater. Er war kein Intellektueller, sondern ein Geschäftsmann. Jahrgang 1917, geboren im 1. Weltkrieg, insgesamt12 Jahre involviert in den 2. Weltkrieg, danach in den Wiederaufbau. Vom Lehrling zum Verkaufsleiter einer mittelständischen Fabrik. Sein Selbstbild [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei sehr persönliche Bemerkungen zum Titel von Tilman Jens, Demenz.</p>
<p>Die erste ist eigentlich fast privat.</p>
<p>Vor 7 Jahren starb mein Vater. Er war kein Intellektueller, sondern ein Geschäftsmann. Jahrgang 1917, geboren im 1. Weltkrieg, insgesamt12 Jahre involviert in den 2. Weltkrieg, danach in den Wiederaufbau. Vom Lehrling zum Verkaufsleiter einer mittelständischen Fabrik. Sein Selbstbild war wie sein Auftritt: sachgerecht, oft hart, rational, oft autoritär. Erst als er 80 wurde, legte er diese für ihn immer bestimmenden Eigenschaften langsam ab: Er wurde vergesslich, schwach, emotional, sentimental, menschlicher.</p>
<p>Zur Zeit seiner Stärke hätte er mit dieser Veränderung große Probleme gehabt; aber das, was er für sich selbst und für andere fast ein Leben lang als schwach und unmännlich abgelehnt hatte, nahm ihm nichts von dem, was er in seinem Leben an Kraft und Stärke besaß, nichts von dem, was er geschaffen hatte; ja, diese letzte Phase machte ihn dagegen am Ende zu einem noch liebenswerteren Menschen.</p>
<p>Die zweite Bemerkung betrifft unseren Verlag, das Gütersloher Verlagshaus.</p>
<p>Vor vielen Jahren haben wir damit angefangen, von Gott zu sprechen. Inzwischen sprechen wir in unseren Programmen mehr vom Menschen. Und wir sprechen von Werten, die diese Menschen prägen. Diese Werte sind so vielfältig wie die Menschen selbst – und manchmal muss man um sie streiten. Zum Beispiel um die richtige Erziehung, oder um das richtige Verhältnis zu anderen Kulturen und Religionen. Oder eben auch um die selbst von allgemein anerkannten Denkern allzu linearen, allzu vereinfachenden Kategorien für ein lebenswertes, menschenwürdiges Leben.</p>
<p>Deshalb machen wir Sachbücher mit Streitkultur – wir nennen es ein Programm mit Debattenpotential. Jeder, der sich an eine Bibel in gerechter Sprache, an ein Schwarzbuch Scientology, an die Bücher des Kinderpsychiaters Michael Winterhoff oder später auch an dieses Buch von Tilman Jens erinnern wird, weiß, wovon ich rede.</p>
<p>Was ich damit sagen will?</p>
<p>Ja, auch dieses Buch hat Debattenpotential. Das war und das ist uns klar. Auch deswegen haben wir es verlegt; es steht für eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Werten. Es steht für eine politische Hypothese, über die gestritten werden kann und sollte. Es steht für eine Offenheit im Umgang mit dem Vergessen, für die Enttabuisierung der Volkskrankheit Demenz. Es steht aber auch für eine intensive Trauerarbeit, und nicht zuletzt, ganz intensiv,  für die Frage nach dem Wert jeden Lebens.</p>
<p>Über dieses Buch soll geredet, darf diskutiert und gestritten werden.</p>
<p>Aber – und das möchte ich aus sehr persönlicher Erfahrung ergänzen – Tilman Jens zeichnet das Porträt eines Abschieds in Würde. Dieses Buch ist alles andere als eine Demontage einer Leitfigur, es ist alles andere als ein Vatermord. Vielleicht wird so manches falsche Bild eines Intellektuellen demontiert, das vielleicht eher von einer unverarbeiteten und einseitigen Vergötterung der Kritiker zeugt als von der Würde des ganzen Menschen Walter Jens.</p>
<p>„Wenn ein Geistesmensch seinen Geist verliert“, dann verliert er damit eben nicht seine eigentliche menschliche Würde. Auch die großen Leistungen von Walter Jens verlieren durch seinen langsamen Abschied, durch das Nachdenken über seine Brüche und Widersprüche in keiner Weise ihre Größe und Bedeutung; nein, Walter Jens wird in meinen Augen zutiefst menschlich gezeichnet, in einer Phase des Lebens, die nun einmal bei ihm wie bei Millionen anderen zum Leben dazu gehört.</p>
<p>Dieses Buch zeigt uns einen demenzkranken Intellektuellen und Vater; herantastend, nachdenklich, fragend, sehr persönlich gesehen und uns nahe gebracht durch die Brille eines liebenden Sohnes. Mir ist Walter Jens durch dieses Buch als Mensch näher gekommen.</p>
<p>Klaus Altepost, Verlagsleiter Gütersloher Verlagshaus</p>
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		<title>DEMENZ &#8211; Die Diagnose ohne Hoffnung</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Apr 2009 08:16:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tilman Jens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Josef Kuschel]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Jens]]></category>

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		<description><![CDATA[Keiner hat sich getraut, die Diagnose ohne Hoffnung zu stellen, das Tabu aus sechs Lettern klar zu benennen: DEMENZ, die Krankheit, derer man sich noch immer schämt, erst recht, wenn — wie bei meinem Vater — zur vaskulären Demenz, verursacht durch eine Vielzahl kleiner unbemerkter Schlaganfälle, auch noch ein Anteil Alzheimer kommt. Alzheimer — das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keiner hat sich getraut, die Diagnose ohne Hoffnung zu stellen, das Tabu aus sechs Lettern klar zu benennen:</p>
<p>DEMENZ, die Krankheit, derer man sich noch immer schämt, erst recht, wenn — wie bei meinem Vater — zur vaskulären Demenz, verursacht durch eine Vielzahl kleiner unbemerkter Schlaganfälle, auch noch ein Anteil Alzheimer kommt. Alzheimer — das Stigma schlechthin. Winzige Protein-Ablagerungen, die den Verstand auslöschen, die Zerstörung des Gehirns unaufhaltsam vorantreiben, den Verlust von Erinnerung und Sprache. Am Ende: Entortung, die unfreiwillige Rückkehr ins Stadium eines Kleinkinds. Das Alters-Siechtum, vor dem die Götter in Weiß kapitulieren. Das schleichende Sterben, das nach einer Studie des Robert-Koch-Instituts rund eine Million Deutsche ereilt. Die durchschnittliche Krankheits-Dauer, heißt es da, beträgt vom Beginn der Symptome bis zum Tod 4,7 bis 8,1 Jahre. Das ist nicht eben präzise — aber eindeutig doch: Der Weg führt beharrlich nach unten. Es gibt keine Chance der Heilung.</p>
<p>Doch die Aura der Prominenz, die vielen persönlichen Gespräche mit dem Patienten, all die in Dankbarkeit gewidmeten Bücher, die seit Jahren die Regale von vielen der behandelnden Ärzte schmücken, scheinen im Fall meines Vaters den professionellen Blick der Mediziner zu vernebeln. Sie bagatellisieren, verbreiten noch immer Optimismus. Wird schon wieder! Mag sein, mancher ist auch einfach nur feige. Über die Demenz einer Geistesgröße lässt sich tuscheln, freimütig reden offensichtlich nicht.</p>
<p>Selbst Karl-Josef Kuschels sonst so genaues Portrait aus dem Jahr 2008 Walter Jens — Literat und Protestant, das Werk eines mutigen Theologen, macht einen weiten Bogen um die Krankheit, die meinem Vater die Sprache nahm. Ein Genie mag taub werden wie Beethoven, dem Wahnsinn verfallen wie Strindberg, den Freitod wählen wie Hemingway, Celan oder Pavese — vertrotteln aber darf das Genie nicht.</p>
<p>Walter Jens, der unbequeme Denker aus Tübingen, der Redner der Republik, als stammelndes Menschenkind mit dem Babyphon am Bett, da hüllt man sich lieber in Schweigen, als ob dieses letzte Kapitel eines langen, reichen und wortreich geführten Lebens ehrenrührig wäre, eine Schande, die es unter den Teppich zu kehren gilt.</p>
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		<title>Herzlich willkommen!</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Apr 2009 07:59:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tilman Jens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Tilman Jens]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Jens]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Buch über die Erkrankung meines Vaters hat unerwartet heftige Reaktionen hervorgerufen. Böse Kritik, gelegentlich am Rande der Verleumdung, aber auch viel Zuspruch. Diese Webseite soll nun Lesern, Interessierten, Betroffenen, Freunden und Gegnern meines Textes ein Forum bieten, mit mir und untereinander über das Tabu und Reizthema Demenz, das allein in Deutschland Million betrifft, freimütig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Buch über die Erkrankung meines Vaters hat unerwartet heftige Reaktionen hervorgerufen. Böse Kritik, gelegentlich am Rande der Verleumdung, aber auch viel Zuspruch. Diese Webseite soll nun Lesern, Interessierten, Betroffenen, Freunden und Gegnern meines Textes ein Forum bieten, mit mir und untereinander über das Tabu und Reizthema Demenz, das allein in Deutschland Million betrifft, freimütig zu diskutieren. Ich bin gespannt und freue mich.</p>
<p>Tilman Jens</p>
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